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Russland und Pro-Family-Leader setzen auf die
Familie
Internationales Forum „Große Familien und die Zukunft der
Menschheit“ in Moskau
von
Gabriele Kuby
Vor 25 Jahren, als im
Staatspalast im Kreml noch der Oberste Sowjet unter dem Emblem von
Hammer und Sichel tagte, hätte sich wohl niemand träumen lassen, was
hier am 10. und 11. September 2014 geschieht: Mitten im Kreml, der
Herzkammer Russlands, findet eine zweitägige internationale
Konferenz statt zum Thema „Große Familien und die Zukunft der
Menschheit" – pro Life, pro Familie, für die Bewahrung des
moralischen Fundaments von Familie und Gesellschaft.
Es geht um
große Familien
Auf dem Podium sitzen
Einflussreiche und Mächtige: Patriarch Kirill, höchster Repräsentant
der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROC), sein „Außenpolitiker"
Metropolit Hilarion; der Obermufti und der Oberrabbiner der
Russischen Föderation; Elena Mizulina, Vorsitzende des
Familienausschusses der Duma und Initiatorin des Gesetzes zum
„Schutz der Kinder vor Informationen, welche traditionelle
Familienwerte negieren"; Oligarch Vladimir Yakunin, Vertrauter von
Präsident Putin, und seine Frau Natalia Yakunina, Vorsitzende der
Stiftung „Andreas der Erstberufene", welche zu diesem Forum
eingeladen hat; Konstantin Malofeev, Vorsitzender der Stiftung
„Sankt Basilius der Große". Yakunin und Malfeev gelten als die
Sponsoren des Forums. Mit auf dem Podium sitzen hochrangige
Politiker aus Ungarn, Frankreich, Nigeria, Griechenland,
Philippinen. Präsident Putin übermittelt eine Grußbotschaft,
Erzbischof Paglia, Vorsitzender des Päpstlichen Rates für die
Familie, eine Video-Botschaft. Im Publikum über tausend Zuhörer aus
allen Teilen Russlands und aus 50 Ländern der Erde, viele von ihnen
key-players im Kulturkampf unserer Zeit.
Die Menschen in diesem
Saal sind sich gewiss nicht einig in der Frage, wie das Handeln
Putins im Ukraine-Konflikt zu beurteilen ist. Aber einig sind sie
sich in der Erkenntnis, dass wir in einer anthropologischen,
globalen Krise stecken, welche die Natur und Identität des Menschen
angreift – und in der Entschlossenheit, dagegen aufzustehen.
E s
geht hier nicht einfach um Familie, sondern um große Familien, denn
nur sie können die demographische Krise wenden, welche die Zukunft
Russlands bedroht, nicht anders als die Zukunft Deutschlands und der
meisten europäischen Länder. Hier allerdings werden das Problem und
dessen Ursachen beim Namen genannt: Donald Feder aus den USA,
Journalist und Berater des World Congress of Families, ein weiser
praktizierender Jude, ruft es mit Leidenschaft in den Saal: Die
falsche Auffassung von Sexualität sei die Ursache der
demographischen Krise, nämlich die Idee, dass Sexualität nur zum
Vergnügen da sei und ohne Folgen bleiben müsse. Sie sei aber vor
allem dazu da, Menschenleben zu zeugen in der ehelichen
Liebesbindung von Mann und Frau.
Falscher
Freiheitsbegriff
Weil sich diese
elementarste schöpferische Kraft trotz Pille und Kondom doch nicht
gänzlich von dem ihr innewohnenden Sinn trennen lässt, darum töten
wir jährlich um die 50 Millionen ungeborene Kinder auf dieser Erde.
Und wir tun es, trotz der offensichtlichen bedrohlichen Folgen,
immer weiter, weil wir nicht nur einen falschen Begriff von
Sexualität, sondern auch von Freiheit haben, eine Freiheit, die
nichts kennt außer das autonome, bindungslose, selbstdefinierte
Individuum, gespeist von der Ideologie des Genderismus, welche Gott
und die Natur leugnet.
Nach einem opulenten
Buffet, dem man nicht anmerkt, dass Russland aufgrund seiner eigenen
landwirtschaftlichen Sanktionen unter Engpässen zu leiden beginnt,
gibt es eine grandiose Show zwischen den drei Kathedralen des Kreml.
Die goldenen Zwiebeltürme leuchten in der Abendsonne, Lichtspiele
verzaubern die Fassaden, Chöre, Tänzer, Sänger feiern das Leben und
die Heimat.
Führende
Vertreter von Pro Life- und pro Familien-Bewegungen
Das Mammutprogramm des
zweiten Tages findet in den Konferenzsälen der
Christ-Erlöser-Kathedrale der Russisch-Orthodoxen Kirche statt. Die
Kathedrale war von Stalin 1931 plattgemacht und durch ein
öffentliches Schwimmbad ersetzt worden. Zum zweitausendjährigen
Geburtstag Jesu Christi wurde sie wieder eröffnet.
Die Duma-Abgeordnete
Olga Batalina, Älteste des Gesamtrussischen Familienkomitees,
spricht über die Erfolge der russischen Familienpolitik: Stärkung
der Elternkompetenz, Verbot der Werbung für Abtreibung, Verlängerung
der Wartezeit bis zur Durchführung einer Abtreibung auf eine Woche,
in dieser Zeit Angebot von Beratung und Hilfe. Kräftiger
Staatszuschuss beim zweiten Kind. Und der Erfolg innerhalb von fünf
Jahren? Dreißig Prozent weniger Waisenkinder, Steigerung der
Geburtenrate von 1,3 Kindern auf 1,7 Kinder pro Frau im gleichen
Zeitraum, nennt sie.
Im Zehn-Minuten-Takt
sprechen die Führer der internationalen pro Life- und pro
Familien-Bewegung. Von der Chinesin hätte man gerne etwas über die
Einkind-Politik in China gehört, aber das ist wohl inopportun. Es
ist auch für viele andere inopportun, hier zu sprechen. Die Human
Rights Campaign, größte Organisation der Lesben, Schwulen,
Bisexuellen und Transsexuellen der USA, hat prompt reagiert: Sie
forderte das Treasury Department der US-Regierung auf, eine
Untersuchung gegen den World Congress of Families durchzuführen, um
zu prüfen, ob die US-Sanktionen gegen Russland verletzt wurden.
Ursprünglich war es nämlich der World Congress of Families, der
seinen internationalen Kongress diesmal in Moskau abhalten wollte,
dann aber wegen des Ukraine-Konflikts die Veranstaltung den
russischen Gastgebern überließ.
Der Brite Thomas Ward,
Präsident der National Association of Catholic Families,
altgedienter Kämpfer für das ungeborene Leben, spricht von einer
„brutalen Kultur des geplanten demographischen Kollapses". Die
Achillesferse unserer Kultur seien die Elternrechte. Nur Eltern
könnten ihre Kinder schützen und vor der sexuellen Indoktrination in
den Schulen bewahren.
Russland stellt
Weichen neu in Richtung Familie
Am Nachmittag gibt es
zehn Round Tables mit je zwanzig und mehr Referenten. Das verlangt
von jedem, seine Botschaft in sieben Minuten zu fassen. Für
Diskussion und Fragen ist am Runden Tisch keine Zeit. Es geht den
Veranstaltern wohl darum, das Wissen der internationalen Kämpfer für
eine Kultur des Lebens für Russland verfügbar zu machen. Elena
Mizulina meint: „Russland hat sich entschieden. Es hält an den
traditionellen Familienwerten fest. Alle Religionen der Russischen
Föderation sind für die Familie. 95 Prozent der Bevölkerung lehnen
die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ab. Aber die US und die
westlichen Nationen führen einen ideologischen Krieg gegen uns."
Alles, was hier
gesprochen wurde, soll im Internet veröffentlicht werden (www.st-andrewfoundation.org).
Weil das Forum im Kreml stattfindet, so versichert Natalia Yakunina,
wird ganz Russland die Botschaft hören.
Man kann nur staunen über die Migrationsbewegungen von Ideologie:
1884 erklärte Friedrich Engels den „Antagonismus zwischen Mann und
Weib in der Einzelehe zum ersten Klassengegensatz". 1917 setzte
Alexandra Kollontai, erste weibliche Kommissarin im revolutionären
Arbeiterrat der Sowjetunion, zur sexualpolitischen Zerstörung der
Familie an. Aber sogar Lenin musste die Agenda bald zurückfahren –
zum Verdruss von westlichen Kommunisten wie Wilhelm Reich –, weil er
damit soziales Chaos produzierte, welches seiner sozialistischen
Utopie im Wege stand. Die kommunistische Agenda migrierte zurück in
den Westen und erzielte ihren vollen Durchbruch in der
Studentenrebellion der 1960er Jahre, welche auf dem Marsch durch die
Institutionen bis an die Spitze gelangte.
Heute wird die
Deregulierung der sexuellen Normen im Dienste der Zerstörung der
Familie von den UN, der EU und ihren globalen Netzwerken aus NGOs,
Milliardärs-Stiftungen und Korporationen global durchgesetzt.
Russland stellt unter dem Druck der demographischen Krise die
Weichen neu in Richtung Familie. Im Vorwort des Programms heißt es:
„Die Menschheit muss vorwärts gehen zu einer Zukunft, welche darauf
baut, dass die natürliche Familie das Fundament der Zivilisation war
und ist; und die Familie war und ist und wird immer die Ehe zwischen
Mann und Frau mit vielen Kindern sein."
Quelle:
http://www.medrum.de/content/russland-und-pro-family-leader-setzen-auf-die-familie
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